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04. Februar 2009

„Kein Rückzug vom Steinrausch“



Sabrina Busmann und Jörg Beckers zu „ Miteinander der Generationen " in Saarlouis
Stadt Saarlouis und evangelische Kirche bauen auf dem Steinrausch ein Projekt „Miteinander der Generationen“ auf: im bisherigen evangelischen Gemeindezentrum. Was das heißt, erläutern Pfarrerin Sabina Busmann und Pfarrer Jörg Beckers im Gespräch mit SZ-Redakteur Johannes Werres.

Frau Busmann, Herr Beckers, das evangelische Gemeindezentrum auf dem Steinrausch wird zum Projekt ,Miteinander der Generationen’. Zieht sich die evangelische. Kirche auf dem Steinrausch zurück?

Beckers, Busmann: Ein ganz klares Nein – im Gegenteil.

Beckers: Wir werden unsere Arbeit mit einem starken Partner, der Stadt, intensivieren und verstärken.

Busmann: Wir ziehen uns nicht zurück - wir gehen ja diesen Schritt, um für die Menschen präsent zu sein und vor allen Dingen: Wir wollen mit diesem Projekt Angebote schaffen, die Menschen in ihren Lebenssituation ansprechen. Und: wir brauchen dazu auch Räume – und die bleiben uns. Kein Rückzug auf dem Steinrausch, das ist so.

Wird das Mehrgenerationenhaus eine kirchliche oder städtische Einrichtung?

Busmann: Es bleibt unser Haus, die evangelische Kirchengemeinde ist weiterhin für die Belange, die das Gebäude und seine Unterhaltung betreffen, zuständig. In diesem kirchlichen Gebäude wird nun das Projekt verankert, das gemeinsam – kirchlich wie städtisch – gestaltet und getragen wird.
Von daher ein klares sowohl – als auch!

Haben evangelische Christen noch eine Anlaufstelle auf dem Steinrausch?

Busmann: Ganz klar: ja. Die bestehenden Gruppen bleiben im Haus. Die Menschen, die sich dort seit vielen Jahren zuhause fühlen und das Haus gestalten und prägen, haben eine gute Gemeinschaft des Miteinanders geschaffen, das zeichnet dieses Zentrum jetzt schon aus und bietet eine gute Grundlage, um das Projekt dort zu verankern.

Beckers: Wir machen uns keine Sorgen um das evangelische Profil. Zu unserem Selbstverständnis gehört es ja, dass Menschen sich einbringen, mitarbeiten.

Busmann: Für die Kirchengemeinde war die Aufgabe der samstäglichen Gottesdienste dort sicherlich ein schwerer Schritt. Wobei: Gottesdienste und Veranstaltungen, die sich auf unseren Glauben beziehen, werden auch in diesem Miteinander der Generationen ihren Platz finden.

Wer bezahlt was?

Beckers: Die Stadt trägt 70 Prozent der Unterhaltungskosten und übernimmt Personalkosten. Wir sind weiterhin für das Gebäude und notwendige Reparaturen zuständig.

Was genau wird geschehen?

Busmann: Die Idee, die hinter dem Miteinander der Generationen steht, ist folgende: Wir schaffen Begegnungen zwischen Menschen aller Altersstufen und öffnen Räume, wo Menschen gerne hin kommen und sich begegnen. Wir wollen Menschen motivieren, aktiv zu werden und auch für andere da zu sein – ein Beispiel: Großeltern auf Zeit.

Wird umgebaut?

Busmann: Das derzeitige Projekt lässt keine Möglichkeiten zu – wir gehen die Arbeit erst mal an und sehen weiter.

Wann geht’s los?

Beckers: Es hat schon begonnen – am 15. Januar haben wir den Vertrag unterschrieben. Zur Zeit wird das Zentrum umgestaltet. Und die Referenten-Stelle für einen Fachmann oder eine Fachfrau, der oder die die Umsetzung der vielen Ideen organisieren und die einzelnen Bereiche wie Seniorenarbeit oder Jugendarbeit fördern soll, ist ausgeschrieben. Eine feierliche Eröffnung kann dann im Frühjahr stattfinden.

Begegnen, voneinander lernen
„Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel. Die Rahmenbedingungen des familiären Zusammenlebens haben sich verändert, sei es durch die Verschiebung der Altersstrukturen oder dadurch, dass sich Frauen immer mehr in den Beruf einbringen und nicht mehr allein auf Kindererziehung, Haushalt oder Pflege naher Angehöriger konzentrieren.
Als kinder- und familienfreundliche Stadt wollen wir unserem Anspruch gerecht werden und haben daher das Projekt ins Leben gerufen“: Oberbürgermeister Roland Henz bei der Unterzeichnung des Vertrages. „Im Projekt ,Miteinander der Generationen’ sollen sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren im Alltag selbstverständlich begegnen, sich helfen und voneinander lernen“: Michael Leinenbach, Sozialpädagoge bei der Stadt Saarlouis. Bürgermeister Klaus Pecina: „Der wesentliche Auftrag wird im Bereich Bildung und Förderung liegen. Damit will man Familien helfen.“

HINTERGRUND:
Demographischer Wandel
und schrumpfende Kirchensteuern veranlassten die Evangelische Gemeinde, über eine Verwendung ihres Steinrausch-Zentrums aus den 70er Jahren nachzudenken. Das Ergebnis ist der Vertrag mit der Stadt für ein Projekt „Miteinander der Generationen“. Lenkung durch eine Steuerungsgruppe (je ein Vertreter von Stadt und Gemeinde sowie der künftige Referent). Geplant: ein Beirat und ein Förderverein. red

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