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Vergebung ist der einzige Weg

Am Mittwoch, 10. August 2011 war der emeritierte Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns zu Gast im Projekt „Miteinander der Generationen“ in Saarlouis-Steinrausch, um in seinem Vortrag „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ die noch weitgehend vorherrschende Opfertheologie vorzustellen. Ausgehend davon, dass Religionen Opfer kennen, um Urängste zu besänftigen, dass Menschen und Tiere dargebracht wurden, um Götter gnädig zu stimmen, stellte Jörns die These auf, das Christentum habe dieses Verständnis bis heute nicht überwunden, sonder verstärkt: Nur der Sühnetod Jesu erwirkt die Versöhnung Gottes. Nach Jörns ist die Liebe Gottes jedoch nicht an Vorleistungen wie Opfer oder Sühne gebunden. Vielmehr sei das Gottesverhältnis durch Vertrauen und Liebe anstelle von Gehorsam bestimmt.

Klaus-Peter Jörns war zuletzt Ordinarius für Praktische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin und leitete dort auch das Religionssoziologische Institut. Nach dem Ende der Lehrtätigkeit hat sich sein Tätigkeitsschwerpunkt auf die theologische Kritik der christlichen Überlieferungen verlagert, mit dem Ziel den christlichen Glauben im Rahmen einer universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes zu verstehen und darzustellen, wie diese von den Weltreligionen in Geschichte und Gegenwart gespiegelt wird.

Mit seinem 2004 erschienenen und inzwischen in 5. Auflage vorliegenden Buch „Notwendige Abschiede. Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum“ hat Jörns ganz unterschiedliche und zum Teil heftige Reaktionen hervorgerufen. Am Rande eines Streitgesprächs zum Thema im Simmerner Schloss bemerkte Superintendent Horst Hörpel, Klaus-Peter Jörns bringe mit seinen Thesen Unruhe in die sonst eher ruhige Institution Kirche; dies sei jedoch wichtig.

Die rund 50 Steinrauscher Zuhörer aus der interessierten Öffentlichkeit bargen an diesem Abend ein geringeres Streitpotenzial in sich. Klaus-Peter Jörns verstand es, mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit und Lockerheit durch die komplexe und diffizile Thematik zu manövrieren und zog so die Besucher in seinen Bann. Als Beleg gelten hierfür die obligatorischen Wortmeldungen am Ende eines Vortrags, die hier in großer Zahl schlicht zu Dankesreden umfunktioniert wurden.

 

Verfasser: Christian Gräber

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